Sonntag, 20. Januar 2019

 

Wenngleich die 5. Jahreszeit, die Faschingszeit schon am 11. 11. Um 11:00 Uhr 11 offiziell  begonnen hat, so allmählich beginnen die ersten Vereine und Organisationen mit ihren Vorbereitungen für ihren Ball. Es gab Jahre, in denen man glaubte, dieses Kulturgut stirbt aus; Die Ball Besucher blieben bei den Veranstaltungen aus und die verantwortlichen blieben auf den Kosten für die Musik alleine sitzen. Kein Wunder, wenn man es sich überlegte, das  zukünftig zu streichen.

Der nächste Wermutstropfen waren die Sicherheitsauflagen für den Faschingsumzug. Die Organisation für so eine Großveranstaltung verschlingt viel Zeit und Geld. Ein Großaufgebot an Exekutive, Sicherdienste und Feuerwehr ist notwendig, diese Menschenmassen, vor und hinter der Absperrung in geordnetem Zaum zu halten. Das passive Volk, ausgenommen vielleicht Kinder, sind maskiert. Das Gros der Zuseher bleiben tatsächlich passiv. Keine Spur von Fröhlichkeit.

Trotzdem: Guten Morgen, liebe Familie, Freundinnen und Freunde des realen und virtuellen Lebens. Ich glaube zu wissen, dass ich hauptsächlich lustige, fröhliche Menschen kenne, die mit offenerem Gesicht durchs Leben gehen.

Andererseits sind wir ein Alpenvolk, das durch Berge und Täler geprägt wurden, die sich auch vom Stadtmenschen wesentlich unterscheiden.

Die Menschen vom Land können sehr wohl feiern; Der Zusammenhalt ist ein anderer, als der, in den Ballungsräumen von Industrie, Einkaufstempeln und einer gewissen Gleichgültigkeit dem Nachbarn gegenüber. Den unmittelbaren Nachbarn in den Wohnsilos kennt man wahrscheinlich erst, wenn er/sie unangenehm aufgefallen ist.

Einige Gutmenschen ignorieren die kulturellen Unterschiede im unmittelbaren Wohnbereich. Für sie ist das in Ordnung, wenn diese Menschen erst zu nachtschlafender Zeit zu feiern beginnen, sie wohnen ja nicht daneben und können ihrem wohlverdienten Schönheitsschlaf frönen.

Die närrische Zeit bei unseren nördlichen Nachbarn ist das Gegenteil unserer Alpenregion. In der hohen Zeit des Faschingsausklanges scheint die ganze Nation Kopf zu stehen. Wer sich jemals in diesem Strudel von Ausgelassenheit, gemeinsamen Gesang und Tanz befand, wird unsere Fastnachtszeit für eine Trauerfeier halten.

Einmal im Jahr jemand anderer zu sein, sich anders zu geben, sich in seiner Unkenntlichkeit seinem Frust zu trotzen, kann befreiend sein; Sozusagen eine „do It yourself  Psycho Therapie“.

Nach einer längeren Veranstaltungspause veranstaltet die Faschingsgilde Ebelsberg in Linz heuer wieder einen Mega-Faschingsumzug, mit mehr als 500 Mitwirkenden. Faux Pa´s aus Politik und Wirtschaft werden Themen der einzelnen Wägen prägen. Faschingsgilden mit ihren Spielmannszügen aus dem In,- und möglicherweise auch aus dem benachbarten Ausland werden das bunte Treiben, beginnend beim Musiktheater, vorbei an der Begrüßungs - Tribüne „Schillerpark“ über die Landstraße bis zum Hauptplatz begleiten und musikalisch unterstützen.

Ein Appell an meine geliebte Leserschaft: Gebt Euch einen Ruck, pappt euch eine rote Nase ins Gesicht, malt ein Herzerl auf eure Wangen, setzt euch ein Huterl auf und lasst euch treiben, auf dass ihr am Abend sagen könnt: Das war lustig, das war schön; vielleicht lasse ich mich nächstes Jahr zu etwas mehr hinreißen. Übrigens, dieses Mega- Ereignis findet am Samstag, den 9, Februar, ab 14:00 h statt.

Für heute aber, wünschen wir euch einen super sonnigen und winterlich kalten Sonntag. Genießt die trockene Kälte zu einem Spaziergang und lasst euch von den winterlichen Bildern inspirieren.

Von Herzen: Eure Hirten.

© JPH.2019/3